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Ein Spaziergang durch Erfurt

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Es gibt Städte, und es gibt schöne Städte. Zu den schönsten gehört Erfurt, die Landeshauptstadt des Freistaats Thüringen.

Eine kleine Großstadt mitten in Deutschland. Erfolgreich verbirgt sie das Großstädtische (immerhin über 200.000 Einwohner) hinter einer mehr als 1200-jährigen Geschichte.

Diese alte Dame hat viel zu bieten.

Mittendrin & ruhig in der Altstadt von Erfurt wohnen

Entfernungen

› Domplatz: 350 m

› Krämerbrücke: 400 m

› Fischmarkt: 500 m

› Lange Brücke: 600 m

› Anger 850 m

› Schösserstraße: 700 m

› Petersberg: 1.000 m

Als 742 Bonifatius überall seine Eichen pflanzte, ließ er auch Erfurt nicht aus.

Über den beiden Kirchen thronen die Zitadellen Petersberg und Cyriaksburg. Beliebt bei Spaziergängern wegen des großartigen Blicks über die Stadt, wenn man denn hinaufsteigt. Von dort oben könnte man auch bestens die vielen Kirchtürme zählen, die die Silhouette der Stadt prägen. Um die Doppelkirchanlage Dom und St. Severi herum entwickelte sich im Lauf der Zeiten ein mittelalterlicher Stadtkern, der Fremde zum Staunen bringt und Einheimische einen Bogen um die holprigen Pflastersteine der engen Gassen machen lässt, wenn sie unpassendes Schuhwerk tragen. Dort sind auch schon Martin Luther oder Adam Ries vorbei spaziert, vielleicht zum Augustinerkloster,  wo Luther als Mönch lebte und Ries das erste deutsche Rechenbuch drucken ließ.

Oder über die Krämerbrücke, deren einziges Pendant übrigens in Florenz zu finden ist, mit ihren 32 schmalen Häusern.

Hier siedelten sich die Krämer an und boten Nötiges und Unnötiges zum Kauf an. Auch das ist bis heute so geblieben. „Ja, wo ist sie denn nun?“, fragen sich Touristen häufig verwirrt. Aber ein freundlicher Mensch findet sich immer, der ihnen zeigt, dass die Krämerbrücke tatsächlich eine Brücke ist. Unter breiten Bögen fließt die Gera dahin und breitet im wahrsten Sinn des Wortes ihre Arme aus. Ein harmloser Fluss, der aber zuweilen dazu neigte, über seine Ufer zu treten. Also baute man so genannte Flutgräben, und so kommt es, dass Erfurt eine Stadt mit mehr Brücken ist, als man vermutet.

Die stattlichen, schön verzierten Bürgerhäuser zeugen vom Reichtum der Stadt.

Der übrigens nicht zuletzt durch den Anbau von Waid zustande kam, jener gelb blühenden Pflanze, die nach allerlei Prozeduren sich in wunderbares Blau verwandeln konnte. Bis das Indigo kam, aber das ist eine andere Geschichte. Die Innenstadt Erfurts ist sehr überschaubar. Eine kleine Großstadt eben. Bequem kann der Besucher über den Anger schlendern und wie in einem Bilderbuch Architekturgeschichte ansehen, von Barock bis Bauhaus.

Oder der Staatskanzlei einen Blick schenken, der einstigen repräsentativen Statthalterei des Herrn von Dalberg.

In diesem Barockbau trafen sich die Größen der deutschen Klassik (Goethe, Schiller, Herder, Wieland) zu anregenden Gesprächen, Assemblée genannt. Das ist der hochnäsige Schatten Weimars, denn daher kamen die Herren. Der deutschen Klassik kann man auch in Erfurt nicht entgehen. Heute residiert die Staatskanzlei hinter den festlich anmutenden Mauern.Weiter über die Lange Brücke, auf der man seine Geldbörse gut fest halten sollte. Die schicken Geschäfte sind etwas kostspieliger als sonst in der Stadt.

Und dann sind es nur noch ein paar Meter bis zum Andreasviertel.

Für viele Besucher das schönste Viertel der Stadt. (Gerettet übrigens vor dem geplanten Abriss durch ein Land, das es nicht mehr gibt, von mutigen Erfurtern noch vor der „Wende“.) Die schon erwähnten engen Gassen mit dem holprigen Pflaster beherbergen kleine Geschäfte oft mit skurrilen Angeboten, viele Kneipen und Restaurants. Der Spaziergänger entdeckt eine gelungene Architektur aus alt und neu. Die restaurierten schmalen Häuser drängen sich aneinander. Baugrund war schon immer teuer in Erfurt. Es gibt verschwiegene Gärten hinter den Häusern. Das ganze Viertel wirkt ein wenig entrückt, beinahe wie aus der Zeit gefallen, bis eine Gruppe Touristen die Idylle entzaubert.